Neustadt (RA) Auf wenig Gegenliebe stoßen am Wochenende
bekanntgewordene Überlegungen, das Haupt- und Landgestüt Neustadt im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform auf den Landkreis zu übertragen.
Als ermüdend empfindet Ostprignitz- Ruppins Landrat Ralf Reinhardt (SPD) die alljährlich zu den Haushaltsberatungen aufkeimende Diskussion. „Die
Gedankenspiele, das Gestüt zu privatisieren oder gar an den Landkreis zu übertragen, sind abwegig und unverantwortlich“, äußerte Reinhardt am Montag auf RA-Nachfrage. Das Landgestüt, das vom Umweltministerium
getragen wird, gehöre mit seiner Geschichte und seinem denkmalgeschützten historischen Gebäudeensemble unwiderruflich zum Preußischen Kulturerbe. „Dieses zu bewahren und zu unterstützen, gehört zur Verantwortung des Landes Brandenburg“, betonte der Landrat. Unterstützung erhält Reinhardt
von der CDU. Deren Fraktionschef im Kreistag, Sebastian Steineke, bezeichnete das Gestüt als eine herausragende Einrichtung, die ein Aushängeschild für ganz Brandenburg und daher zwingend eine Landesaufgabe sei – vergleichbar mit Sachsen, Niedersachsen oder Bayern. Eine Verwaltungsreform dürfe nicht dazu führen, „dass das Land den Kommunen ohne sachlichen Grund weitere Aufgaben überträgt, die sich darüber hinaus auch finanziell deutlich negativ bemerkbar machen“.
„So schnell schießen die Preußen nicht“, entgegnete Ingo Decker, der Sprecher des Potsdamer Innenministeriums. Er verwies darauf, dass Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) erst zur Jahresmitte seine Leitlinien für eine Verwaltungs- und Funktionalreform vorlegen und diese dann bis ins Frühjahr 2016 zur
Diskussion stellen wolle. Erst dann sei es an der Zeit, in einzelnen Punkten konkreter zu werden. Mit Blick auf die „nicht einfache finanzielle Situation“ des
Gestüts werde dieses bei den Beratungen „wie immer“ eine Rolle spielen. Schließlich gehe es auch hierbei um die Verwendung von Steuergeldern. „Aber wir sind erst am Anfang der Debatte“, so Decker.