Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
11.03.2015, 11:06 Uhr | Ruppiner Anzeiger 11.3.2015 / Daniel Dzienian

Neuruppiner Tradition hat Platz im Weltkonzern
Feuerlöschgeräte-Werk feiert in diesem Jahr 110-jähriges Bestehen / Halbe Millionen Geräte pro Jahr produziert

Neuruppin (dd) Welcher Neuruppiner guckt nicht nach Feuerlöschern aus der Heimat, wenn er irgendwo in der Welt unterwegs ist? Die roten Dinger, die das Leben sicherer machen, sind heute nach wie vor in vielen Ländern vor allem Europas im Dienst. Die Neuruppiner Produkte gelten sozusagen als der
Mercedes der Branche. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke ließ sich am Dienstag von Werksleiter Heiner Armbrüster über das Gelände
der FLN Feuerlöschgeräte Neuruppin Vetriebs-GmbH im Gewerbegebiet Treskow führen. Der Betrieb beschäftigt 130 feste Mitarbeiter, produziert im Jahr eine halbe Millionen Feuerlöscher und macht 20 Millionen Euro Umsatz. Die größten Kunden sind die Deutsche Bahn AG, Volkswagen, Vattenfall, die Siemens AG, Daimler-Chrysler in Deutschland, die US-Army und BASF in Schwarzheide. Dazu kommen 750 Fachhändler. Diese vertreiben die Feuerlöscher und übernehmen gleich noch deren Wartung. Im normalen Baumarkt bekommt man die roten Neuruppiner nicht. Natürlich gibt es Konkurrenz: Und doch ist die FLN die einzige Firma in ganz Deutschland, die Feuerlöscher komplett selbst herstellt und nicht einfach nur die Teile
zusammenmontiert. Dafür ist das Neuruppiner Produkt auch ein kleines bisschen teurer. Mit ihrem Qualitätsprodukt schlägt der Betrieb aber seine Mitbewerber, vor allem aus China, allemal. Verkauft wird in 29 Länder,
insgesamt gibt es mehr als 60 verschiedene Modelle.
Der neueste Trend sind Feuerlöscher mit Wassernebel. Wenn etwa der Weihnachtsbaum brennt und zum Löschen Schaum oder gar Pulver verwendet
wird, muss der Hausherr danach renovieren. Feiner Wassernebel ist viel schonender, selbst Menschen ließen sich damit ohne Probleme besprühen, berichtet Werksleiter Armbrüster. Heute gehört die FLN zum internationalen Konzern Tyco mit Hauptsitzen in Irland und den USA. Produziert werden Sicherheitssysteme und Geräte für den Brandschutz. Da die Zahlen am Neuruppiner Standort stimmen, wird daran auch festgehalten, berichtet der Werksleiter. Während im Konzern mit 60 000 Mitarbeitern die Neuruppiner
Geschichte allerdings nicht die größte Bedeutung hat, freut sich Armbrüster dennoch, in diesem Jahr das 110-jährige Bestehen der Produktion in der
Fontanestadt zu feiern. Denn im Jahr 1905 wurden hier die ersten Löscher in ganz Deutschland produziert. Nach der Wende hat mehrmals der Eigentümer gewechselt. Immerhin investiert der Tyco-Konzern regelmäßig in neue Fertigungsstrecken oder Lagersysteme. Wie viele Firmen aus der Branche ist die FLN auch immer auf der Suche nach guten Facharbeitern, Schweißern und auch Ingenieuren. Armbrüster selbst ist übrigens mit der Familie aus dem Rheinland nach Neuruppin gezogen. Er liebt die Landschaft und den See.