Neuruppin (dst) Eisiger Wind, Schneeregen und Dunkelheit. Widrig waren die Witterungsverhältnisse auch bei der zweiten Montagsdemo des Jahres auf
dem Neuruppiner Schulplatz. Nachdem Jugendliche der Evangelischen
Schule am 12. Januar den Anfang gemacht hatten, riefen diesmal die Schülersprecher der Oberstufenzentrums (OSZ) Neuruppin zur Kundgebung auf. Stellvertretend für sie ergriff am Montag Pascal Rohrmoser das Wort. Im Beisein von Politprominenz wie Landrat Ralf Reinhardt (parteilos), Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) und den Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke (CDU) sowie Kirsten Tackmann
(Linke) machte er auf die Jugendlichen aus insgesamt 13 Nationen aufmerksam, die am OSZ vertreten seien. Toleranz und Achtung seien wichtig,
betonte Rohrmoser und verwies auf den für 6. Juni geplanten „Tag der deutschen Zukunft“, zu dem Rechtsextreme aus dem ganzen Bundesgebiet in Neuruppin erwartet werden. „Wir wollen den Aufmarsch (...) nicht haben“,
so Rohrmoser unter dem Beifall der rund 100 Demonstranten. Als Zeichen für Vielfalt sollte das Programm der Kundgebung verstanden werden, das vom OSZ gemeinsam mit der Fontane-Oberschule sowie der Jugendkunstschule auf die Beine gestellt worden war. Viel Applaus, Jubelrufe und rhythmisches
Klatschen heimste etwa ein israelischer Volkstanz ein, den Tänzer der Jugendkunstschule aufführten.
Der John-Lennon-Hit „Imagine“ – die Hymne auf eine Gesellschaft frei von Religionen, Nationalismus und Privateigentum – und Cindy Laupers „True
Colors“ komplettierten neben einem Gedicht, das im Rahmen der Werkstatt für Demokratie und Menschenrechte am OSZ entstanden war, das Programm.
Unterstützt worden war die Demonstration vom Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“. Dessen Sprecher Martin Osinski kündigte für die nächsten
Monate weitere vergleichbare Aktionen an. Damit dürfte sich das Ansinnen von Landrat Reinhardt erfüllen, der sich in seiner kurzen Ansprache „noch mehr Vielfalt und Toleranz-Veranstaltungen“ gewünscht hatte. Zugleich versprach er, die Integrationsarbeit im Landkreis weiter voranzubringen und nannte dabei explizit die Schulen. Auch Bürgermeister Golde würdigte das Bekenntnis der OSZ-Schüler zu einer vielfältigen Gesellschaft. Am Rande bedauerte er lediglich die kurzfristige
Einladung. Anderenfalls hätte die parallel im Rathaus tagende Stadtverordnetenversammlung auf dem Schulplatz beginnen können.