Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
16.02.2015, 22:07 Uhr | Ruppiner Anzeiger 16.2.2015

Slowaken zu Besuch in Wustrau
Delegation suchten in der Richterakademie das Gespräch mit Experten

Wustrau (RA) Die Deutsche Richterakademie in Wustrau war kürzlich Ziel von slowakischen Rechtsexperten. Die Delegation aus der Slowakei wurde von Dr. Peter Hulla, dem Direktor der slowakischen Justizakademie, dem Pendant zur Deutschen Richterakademie, angeführt. Als Gesprächspartner stand neben dem Direktor der Richterakademie, Dr. Rainer Hornung, und der Verwaltungsleiterin Christiane Uckrow unter anderem auch der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU) zur Verfügung. Steineke ist im Bundestag Mitglied des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz und von Beruf Rechtsanwalt und war selbst froh über den Austausch mit den internationalen Gästen aus dem osteuropäischen EU-Mitgliedsstaat: „Es war interessant zu erfahren, wie die Arbeit der Richter und Staatsanwälte dort im Vergleich zu Deutschland aussieht“, sagte er. Es gebe mittlerweile zwar etliche Regelungen, die aus Brüssel vorgegeben werden, aber aufgrund der unterschiedlichen Rechtssysteme in den EU-Mitgliedsstaaten seien sie nicht überall so leicht umzusetzen. Bei ihrem Zusammentreffen sprachen Dr. Hornung und Steineke auch über mögliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Akademie am Standort Wustrau. „Zu nennen sind hier zum Beispiel die Schließung der Bankfiliale vor Ort oder die lediglich zweistündige Taktung des Bahnhaltes am Bahnhof Radensleben. Hierüber werden wir im Gespräch bleiben“, so Steineke abschließend.

Die Anreise der Slowaken war ein Gegenbesuch. Hornung war im Oktober vorigen Jahres Gast bei Dr. Petr Hulla, um sich über die dortige Lehrpraxis ein Bild zu machen. Die Akademien in dem EU-Land liegen in Pezinok bei Bratislava und in Omšenie, 150 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Die Deutsche Richterakademie ist die zentrale Fortbildungsstätte für Richter und Staatsanwälte in Deutschland. Träger sind der Bund und die Länder je zur Hälfte. Ein Tagungsort ist Trier. Dort gibt es die Richterakademie bereits seit 1973. 20 Jahre später, nach dem Mauerfall, wurde im Zietenschloss von Wustrau der zweite Tagungsort etabliert. Die Akademie hat jährlich zirka 150 Tagungen mit rund 5 000 Teilnehmern und bildet international im Rahmen des europäischen Fortbildungsnetzwerkes European Judicia Training Network (EJTN) aus.