Stüdenitz – Damit hatte wohl niemand gerechnet und es war auch eine Premiere. Der Vorsitzende des Amtsausschusses Neustadt, Karl Tedsen, begrüßte alle Gäste des Neujahrsempfanges am Donnerstagabend in der Stüdenitzer Gastwirtschaft Jahnke namentlich. Entsprechend lang fiel die
sehr persönliche Begrüßung aus. Nur die geladenen Ehrenamtler wurden nicht benannt. Ihre Auszeichnung sollte schließlich eine Überraschung sein.
14 Einwohner des Amtsbereiches, „die das Leben aller bereichern und eine unschätzbare Arbeit für das Gemeinwohl leisten“, wie es Amtsdirektor Dieter Fuchs ausdrückte, standen im Mittelpunkt des Abends. Ihnen wurde dafür gedankt, dass sie ihre Freizeit für andere verwenden. Die Ehrenamtler engagieren sich in Vereinen, aber auch für das Dorfleben und den Friedhof. Vorgeschlagen wurden sie von den einzelnen Gemeindevertretungen. Die jeweiligen ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinden verlasen beim
Neujahrsempfang die Laudationen. Zu den Gratulanten gehörten Amtsdirektor Dieter Fuchs und Karl Tedsen.
Vor der Ehrung hatte Amtsdirektor Fuchs daran erinnert, dass es der 15. Neujahrsempfang des Amtes ist. Der erste fand am 27. Januar 2000 statt. Er sprach über die positive Entwicklung in der Daseinsvorsorge in den vergangenen 15 Jahren und sagte auch, dass weiter daran gearbeitet werden muss. Miteinander reden und aufeinander zugehen ist das Motto
des Amtsdirektors, wenn es um die Flüchtlinge geht, die in Neustadt eine neue Heimat finden sollen. 40 kommen in der nächsten Woche dort an, hieß es und dass Breddin Bereitschaft erklärt habe, Asylbewerber aufzunehmen.
Fuchs dankte den Feuerwehren für ihre Arbeit und freute sich darüber, dass die Entwicklung der Mitgliederzahlen nicht mit dem Landestrend einhergeht. „Wir haben ganz aktuell 195 aktive Feuerwehrleute im Amtsbereich. Im Jahr
2013 waren es noch 169“, so der Amtsdirektor. Dennoch ist er sich sicher, dass nicht jede Ortsfeuerwehr künftig bestehen bleiben kann. Fuchs fasste zusammen, welche Wehren im vergangenen Jahr von Investitionen profitiert hatten und er teilte mit, dass in den kommenden drei Jahren eine Million Euro in die Sanierung der „maroden Stützpunktwehr“ Neustadt fließen werde. Gedankt wurde allen Betriebs- und Unternehmensleitern, die mit der Freistellung der Feuerwehrleute für Einsätze die Tagesbereitschaft sichern. „Das ist nicht selbstverständlich“, so Fuchs. In seinem Rückblick spielten
auch die Prinz-von-Homburg-Schule mit ihren 740 Schülern und der hippologischen sowie neuerdings auch handwerklichen Ausrichtung
durch die Kooperation mit der Firma Hüffermann Transportsysteme in
Neustadt, das neue Sporthaus in Breddin und das Neustadt-Treffen samt 350. Stadtgeburtstag eine Rolle. Sehr zufrieden stimmt Dieter Fuchs der ausgeglichene Verwaltungshaushalt in den Gemeinden des Amtsbereiches und in Neustadt selbst. „Das war nicht immer so“, sagt er und dankte den Gemeindevertretern und Stadtverordneten für ihre konstruktive Mitarbeit. Zu
den Gästen gehörten unter anderem Hüffermann-Geschäftsführer Stephan von Schwander, der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke und Landrat Ralf Reinhardt. Er äußerte sich unter anderem zur Flüchtlingsproblematik. Reinhardt sagte, dass der Landkreis Ostprignitz-Ruppin in diesem Jahr 400 Flüchtlinge aufzunehmen habe und dass es Schwierigkeiten mit ihrer Unterbringung geben werde. Reinhardt bat die
Anwesenden, die Flüchtlinge als Chance für die Region zu sehen. Unter ihnen seien teilweise auch Handwerker, die ihre Heimat und Betriebe zum Beispiel nach Bombenangriffen verlassen mussten. Für den Landrat liegt auch darin ein Stück Potenzial, der künftigen Abwanderung entgegenzuwirken. Es gehe darum, die Flüchtlinge zu integrieren und ihnen
eine Perspektive in der neuen Heimat zu bieten.