Wusterhausen – Es war der Abend der Ehrenamtler. Sie standen beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wusterhausen und des Gewerbevereins der Stadt im Mittelpunkt. Neun Einwohner der Gemeinde wurden für ihr Engagement ausgezeichnet. „Heute ist Ihr Tag“, rief Wusterhausens Ortsvorsteher Wolfgang Kamphausen den Geehrten dankend entgegen.
Das Ehrenamt habe viele Namen und Gesichter. Ohne sie wäre das Leben in der Gemeinde lange nicht so abwechslungsreich, so Kamphausen. Zu den Gästen des Abend gehörten aber nicht nur diejenigen, die ihre Freizeit für das Gemeinwohl opfern. So saßen zum Beispiel gleich drei Bundestagsabgeordnete im Publikum in Ribbes Partyhaus. Es waren Sebastian Steineké (CDU), Dagmar Ziegler (SPD) und Kirsten Tackmann (Die Linke). Damit nicht genug, hatte sich auch Brandenburgs Finanzminister
Christian Görke zu den Gästen gesellt. Er überbrachte den Wusterhausenern die Grüße der Landesregierung, verbunden mit einem großen Dankeschön für die hervorragende Willkommenskultur im Ort. Görke kam direkt vom
sogenannten Asylgipfel und hatte gute Nachrichten mitgebracht. Er sagte, dass der Bund eine Million Euro für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin bereitstellen werde. Das Geld soll für die Betreuung von Flüchtlingen verwendet werden.
Soziale und ehrenamtliche Betreuung, aber auch Investitionen sollen damit möglich werden, so Görke. Allen Ehrenamtlern sagte er: „Wir brauchen Sie.“
Der Vize-Bürgermeister aus der Wusterhausener Partnerstadt Edewecht,
Hans Fittje, bescheinigte der Dossestadt eine hervorragende Entwicklung in den vergangenen Jahren. Er bedauert es, dass die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten eingeschlafen sind. „Aber wir wollen
etwas tun, um sie wieder zu beleben“, so Fittje. Der Stadtrat habe extra Geld dafür in den Haushalt eingestellt. Zudem seien alle Vereine und Organisationen angeschrieben worden mit der Bitte, Vorschläge zu machen, wie eine
Belebung erfolgreich sein könnte. „Wir warten auf Rückmeldungen“, so Fittje. Die Partnerschaft besteht in diesem Jahr ein Vierteljahrhundert. Sie wurde am 3. September 1990 feierlich besiegelt. Auch Wusterhausen hat sich vorgenommen, die Kontakte nach Edewecht wieder aufleben zu lassen. Erste Schritte sind laut Bürgermeister Roman Blank bereits gegangen worden. „Wir haben zum Beispiel Künstler aus Edewecht zum Kunstmarkt eingeladen, der
zur 48-Stunden-Kleeblatt-Aktion bei uns auf dem Marktplatz stattfindet“, sagte Blank. Er freute sich darüber, dass so viele „Hohe Gäste“ zum Empfang gekommen waren. „Gute Kontakte können nicht schaden“, meinte der Bürgermeister. Dann gab er seinen obligatorischen Rückblick und erzählte
auch, was für dieses Jahr geplant ist. Dazu gehören zum Beispiel Bauarbeiten in der Grundschule, am Steg im Volksgarten und bei der Feuerwehr in Brunn. Die Haushaltslage sei schwierig. „Wir haben leider keine schwarze Null und müssen deshalb in diesem Jahr sicher auch die eine oder andere unangenehme Entscheidung treffen“, so Blank. Einschnitte sieht er unter anderem bei der touristischen Aufwertung des Seeufers in Wusterhausen und Bantikow, die wegen der angespannten Finanzlage nur schrittweise erfolgen könne. Auch die Diskussion über die Flüchtlinge ist für ihn
noch nicht beendet. „Ich denke, Wusterhausen wird bunter und jünger durch die neuen Mitbewohner“, ist sich Blank sicher, auch darüber, „dass wir keine Angst vor ihnen haben müssen.“ Bei ihrer Integration sei die Hilfe von Ehrenamtlern notwendig. „Wir haben viel erreicht, aber ohne freiwillige Helfer
wäre das alles nicht möglich gewesen“, schloss Blank seine Rede.