Berlin/Ostprignitz-Ruppin. Zur Grünen Woche in Berlin zog es auch in diesem Jahr auch wieder zahlreiche Unternehmen aus dem Ruppiner Land. Erstmals präsentierten sich Tee- und Likörspezialist Sven Stirnemann aus Neuruppin sowie „Golf in Wall“ auf der weltgrößten Verbrauchermesse. „10 000 Jahre altes Wasser“, rief Stefan Pätzold und hielt den Besuchern eine Flasche Rheinsberger Preussenquelle in den Weg. Einige schrecken auf, denn diese
Ansprache ist tatsächlich ungewöhnlich. Aber die meisten Besucher nehmen gern eine Flasche Mineralwasser mit. Das Ziel der Aktion ist klar: Die Preussenquelle will bekannter werden, nachdem die Produktion mit der neuen Abfüllanlage massiv aufgestockt wurde. „Verdreißigfacht“, sagt Pätzold, und
dies geht mit einem hohen Anspruch einher: „Wir wollen das Wasser für Berlin werden.“ Da bleibt ein geschenktes Wasser vielleicht ganz gut in Erinnerung.
Mit Pätzold am traditionellen Rheinsberg-Stand in Halle 21a hatte sich am Wochenende auch ein Neuruppiner Unternehmer postiert. Sven Stirnemann,
der einen Teeladen betreibt und die Ruppiner Likör-Tradition von Hermann Degener fortsetzt, will regionale Produkte bekannter machen. Von seinen 300 Teesorten hat er nach Berlin nur die Hausmischung mitgebracht, dafür aber alle sechs Liköre. Auch Honig aus Rägelin steht auf dem Tisch. Dass Stirnemann für zwei Tage bei Rheinsberg Unterschlupf gefunden hat, ist vor allem dem überragenden Erfolg des Landkreis-Standes geschuldet. Erst zum dritten Mal dabei, waren die Plätze komplett ausgebucht. Am Samstag schnitten für die Rohrlacker Bäckerei Vollkern Carola Gödiker und Frederike Storch unaufhörlich Brote der Marke Ur-Essener auf und erklärten dessen
weiche Konsistenz. Am selben Tisch bot Regine Scholz-Berg vom Linumer Landhof ihre veganen Gummibärchen an, die sie aus rechtlichen Gründen Fruchtsaftbärchen nennt. Auch die Kyritzer Fruchtsäfte und die Hakenberger
Fleisch GmbH, die für ihren neu gestarteten Online-Shop und die Lieferung von Fleisch binnen 24 Stunden warb, suchten Aufmerksamkeit.
Der große Andrang zeigt, dass der Landkreis alles richtig gemacht hat, als er 2013 erstmals einen eigenen Stand auf der Grünen Woche platzierte. Neben der Eiszauberei aus Rheinsberg, die wie immer die ungewöhnlichsten Eissorten mischte, ist auch der Neuruppiner Konservenproduzent Dreistern
Region waren ebenfalls vor Ort. Neben den Landräten Ralf Reinhardt (parteilos, Ostprignitz-Ruppin) und Torsten Uhe (parteilos, Prignitz) waren auch die Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke (CDU), Dagmar Ziegler (SPD), auch die Landtagsabgeordnete Ina Muhß (SPD) sowie die Bürgermerister Nora Görke (Kyritz), Jens-Peter Golde (Neuruppin), Jan-Pieter Rau (Rheinsberg) und Jörg Gehrmann (Wittstock) in den Hallen unter den Berliner Funkturm unterwegs. Ein wenig suchen musste man übrigens „Golf in Wall“. Die Rasensport- Pioniere aus Ostprignitz-Ruppin zeigten sich nicht in der Brandenburgs-Halle, sondern in Halle 26. Wir wollen Werbung dafür machen, dass Golf ein Sport für Jedermann ist“, sagte Kevin Napierala. Auch der Ökohof Kuhhorst versuchte woanders sein Glück – in der Öko-Halle 1.2. „Wir wollen Flagge für unseren Verband zeigen“, sagte Betriebsleiter Hannes-Peter Dietrich. Gemeinsam mit der Bäckerei Weichardt entwickelten sie eigens für die Grüne Woche einen Hot-Dog, bei dem Brötchen und Wurst nach Demeter-Grundsätzen produziert werden.