Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
14.01.2015, 17:00 Uhr | Ruppiner Anzeiger 13.1.2015 / Daniel Dzienian

„In dieser Stadt ist viel Licht“
Zahlreiche Redner und mehr als 200 Besucher bei Kundgebung für ein weltoffenes Neuruppin

Neuruppin (RA) Zwischen 200 und 300 Menschen haben am Montag trotz Sprühregens an der Demonstration für ein weltoffenes Neuruppin auf dem
Schulplatz teilgenommen. „In dieser Stadt ist sehr viel Licht und kein Dunkel-Dresden“, sagte Martin Osinski von der Initiative „Neuruppin bleibt bunt“. Initiiert worden war die Kundgebung von Schülern der Evangelischen
Schule. Sie wollten ein Zeichen gegen fremdenfeindliche Bewegungen wie Pegida setzen, bezogen aber auch die terroristischen Anschläge auf Karikaturisten der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris mit ein. „Wir sind sehr beunruhigt über die Dinge, die gerade passieren“, sagte Schülersprecher
Julius Brenning. „Einerseits verbreiten Terroristen Hass und Gewalt, andererseits versuchen populistische Gruppen, Ängste in der Bevölkerung
zu schüren.“
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke mahnte, die Terroranschläge in Frankreich dürften nicht das friedliche Zusammenleben
mit den Muslimen in Deutschland gefährden. „Jeder Mensch hat den Anspruch
auf ein würdiges Leben“, betonte Ostprignitz-Ruppins Landrat Ralf Reinhardt (parteilos). Seine Behörde betreut alle Flüchtlingsheime in der Region.
Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) betonte, Rechtsextremisten
darf vor diesem Hintergrund des für den 6. Juni geplanten fremdenfeindlichen
Aufmarsch „Tag der deutschen Zukunft“ nicht gestattet werden, Fontane für sich zu vereinnahmen. Der SPD-Ortsvereinschef Ivo Haase forderte derweil Solidarität mit Journalisten. In den Kommentarspalten auf Online-Seiten von Zeitungen könne man derzeit in die Köpfe der Leute sehen und dort viel Fremdenfeindlichkeit und Missgunst erkennen. „Wir sollten nicht vergessen,
auch den vor kurzem tausenden Ermordeten von Boko Haram in Nigeria gedenken“, betonte Martin Osinski. „Eigentlich müssten wir jeden Tag schreien.“
„Ich bin stolz auf Neuruppin“, sagte die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke). „Da soll noch einer sagen, Jugendliche sind heutzutage unpolitisch.“