Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
20.12.2014, 11:29 Uhr | Ruppiner Anzeiger 20.12.2014 / Daniel Dzienian

Länder wollen kürzere RE 6-Linie
Berlin schließt aber Anbindung zwischen Prignitz und Berlin-Gesundbrunnen „noch in diesem Jahrzehnt“ aus

Neuruppin (RA) Die Länder Berlin und Brandenburg wünschen sich offenbar eine direkte Anbindung der Bahnlinie RE 6 (Prignitz-Express) nach Gesundbrunnen und somit ans Berliner Zentrum. Dies haben RA-Recherchen ergeben. Die Bahn, die täglich von hunderten Pendlern zwischen der Prignitz, Neuruppin und Berlin genutzt wird, fährt aktuell nach Berlin-Spandau. Wer
ins Zentrum der Hauptstadt will, muss in Hennigsdorf in die S-Bahn
umsteigen. „Die Durchbindung des Prignitz-Express nach Gesundbrunnen
hat für das Land Berlin eine hohe Priorität“, sagt Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Der Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) in Potsdam, Lothar
Wiegand, ergänzt: „Im MIL wird für den Betrieb der Linie RE 6 durch die direkte, kurze Einbindung von einer deutlichen Kostenersparnis ausgegangen.“ Zwischen beiden Ländern herrscht Übereinstimmung: Die Linie soll gebaut werden.
Auch die Deutsche Bahn AG hätte die neue Verbindung gern. Dies hatte der Leiter des Hauptstadtbüros der Bahn, Alexander Kaczmarek, dem CDU-Bundestagsabgeordneten aus Ostprignitz-Ruppin, Sebastian Steineke,
mitgeteilt. Steineke kündigte daraufhin an, Parteikollegen auf Landesebene wollen sich für die Entwicklung der Strecke einsetzen. Für die Region Nordbrandenburg wäre die schnellere Anbindung an das Berliner Zentrum
von großer Bedeutung. Das Problem: Eine Studie der Bahn aus dem Jahr 2012 kommt zu dem Schluss, ein Stück der Linie entlang der S-Bahn müsste neu gebaut werden. Die Finanzierung läge bei den Ländern. Aktuell laufen Ausbauarbeiten
an der S-Bahnlinie S 25 Schönholz bis Eichborndamm. Diese hätten Priorität, teilte Ehlert aus der Senatsverwaltung mit. Für den Prignitz-Express würden dabei schon die baulichen Grundlagen geschaffen. Auf die Frage, wann Pendler mit der Strecke rechnen können, antwortete Ehlert dem RA: „Ein Baubeginn noch in diesem Jahrzehnt dürfte auszuschließen sein.“