Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
07.01.2015, 15:16 Uhr | MAZ - Kyritzer Tageblatt 7.1.2015 / Sandra Bels

Ein weiteres Jahr Sprachförderung
Programm bis Ende 2015 verlängert. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke besucht Schwerpunktkita in Kyritz.

Kyritz – Versprechen konnte der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian
Steineke gestern in Kyritz nichts. Aber er geht davon aus, dass das Bundesprogramm für die Sprachförderung auch nach 2015 fortgeführt wird. Die Kitas im Altkreis Kyritz konnten sich vor vier Jahren dafür bewerben. Fünf bekommen seitdem die jährliche Förderung von 25 000 Euro für eine halbe Stelle. Eine Logopädin leitet die Erzieherinnen und Erzieher bei der Sprachförderung im Alltag an. Das war zunächst für vier Jahre bewilligt worden und wurde jetzt erst einmal bis zum Jahresende verlängert. Es geht darum, dass sprachliche Bildungsangebot besonders für Kinder unter drei Jahren zu verbessern. In den Schwerpunktkitas unterstützen Logopäden die tägliche
Arbeit des Erziehungspersonals, wenn es um die sprachliche Bildung geht. Die Kyritzer DRK-Kita „Spatzennest“ und die städtische Kita „Kunterbunt“, die Kita „Hundert Sterne“ sowie die Neustädter Kitas Köritz und Spiegelberg nehmen
an dem Programm teil. Sebastian Steineke sah sich gestern in der Kita „Hundert Sterne“ an, wie es umgesetzt wird. Während der Führung zeigte Kitaleiterin Astrid Wittig ihm unter anderem die Materialien, die extra für das Programm angeschafft wurden. Die Kinder waren erstaunt über den Besuch und stellten dem Politiker Fragen. Die wohl wichtigste dabei war für alle, wer der fremde Mann ist und was er will. Steineke bat die Kitaleiterin bei der bevorstehenden Beurteilung des Programms die Erfahrungen, die in der
Kita gemacht wurden, mit einzubringen. Nur so könne man herausfinden, ob das Programm funktioniert wie es konzipiert wurde, oder ob man künftig Veränderungen vornehmen sollte, so Steineke.
Astrid Wittig gab dem Bundestagsabgeordneten mit auf den Weg, dass sie sich für Brandenburg ein Bundesqualitätsgesetz wünscht, in dem strukturelle Standards für die Kitabetreuung festgelegt werden. Ein solches Gesetz fordern der Arbeiterwohlfahrt-Bundesverband, der Deutsche Caritasverband
und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Darin soll auch ein einheitlicher Personalschlüssel für Kitas verankert werden. Brandenburg liege derzeit im Bundesdurchschnitt dabei auf den hinteren Plätzen, weiß Astrid Wittig. Im Schnitt betreut eine Erzieherin im U-3-Bereich sechs Kinder. Die doppelte Anzahl ist es bei den Vier- bis Sechsjährigen. Sie glaubt, dass sich die Situation mit einer einheitlichen Regelung verbessern könnte. Steineke denkt das auch. Er gibt aber zu bedenken: „Eine bundesweite Regelung macht nur
Sinn, wenn sie bezahlbar ist.“ Die Kitafinanzierung sei jedoch Ländersache
und deshalb sieht der Politiker hier noch jede Menge Verhandlungsbedarf,
denn allein die Absenkung des Personalschlüssels um ein Kind pro Altersgruppe
würde in Brandenburg 50 bis 55 Millionen Euro kosten. Der CDU-Mann weiß aber auch, dass der Betreuungsschlüssel, wie er heute auf dem Papier steht, nicht
erfüllbar ist. Besonders kleinere Einrichtungen hätten Probleme, wenn zum Beispiel Mitarbeiter krank werden.