Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
22.11.2014, 13:11 Uhr | MAZ - Kyritzer Tageblatt 22.11.2014 / Andreas Vogel

Landrat scheitert schon wieder
Entwurf für den Doppelhaushalt 2015/16 fällt auch im Kreisausschuss durch

Neuruppin – Die Argumente von Landrat Ralf Reinhardt (parteilos) reichten nicht: Auch der Kreisausschuss hat den Entwurf des Doppelhaushalts
für die Jahre 2015/16 abgelehnt. Knackpunkt ist die Höhe der Kreisumlage. Der Landrat will, dass die Umlage bei 48 Prozent bleibt. Die Städte, Ämter
und Gemeinden müssen also fast die Hälfte ihrer Einnahmen an den Kreis weiterreichen. Nur so könnten die Altschulden aus den Vorjahren, die noch knapp 20 Millionen Euro betragen, in den nächsten Jahren abgebaut und
2019 in ein Plus von 4,4 Millionen Euro verwandelt werden. Reinhardt
warnte davor, die Umlage zu senken. Dann habe der Landkreis keine Chance, noch Zuschüsse für Investitionen zu erhalten. Denn diese seien an die Bedingung geknüpft, dass die Kreisumlage so hoch bleibt.
„Hilfe gibt es von uns nur bei einer Umlage von 48 Prozent“, bestätigt
Susann Fischer vom Innenministerium. Demnach könnte das Ministerium sogar Geld zurückfordern. Bedingung für die 3,9 Millionen Euro, die der Kreis in diesem Jahr aus Potsdam als Zuschuss erhielt, war, dass die Kreisumlage
nicht gesenkt wird. CDU-Fraktionschef Sebastian Steineke glaubt nicht recht daran. „Die Formulierungen in den Bescheiden sind butterweich.“ Zudem
vermisste Steineke, dass der Landrat den Ämtern, Städten und Gemeinden etwas entgegenkommt. Schließlich haben bis auf Wittstock, Wusterhausen und Lindow alle Einwände gegen die hohe Kreisumlage erhoben. „Auch die Kommunen müssen finanziell handlungsfähig sein, nicht nur der Landkreis“, betonte Steineke. Er wundere sich, dass der Landrat keinen Kompromiss
anbiete, wie einen einjährigen Haushalt oder eine Kreisumlage von 47 Prozent. Reinhardt hatte lediglich erklärt, dass die Umlage vielleicht schon 2017 oder 2018 sinken könne – wenn die Altschulden bis dahin beglichen sind. Die SPD unterstützt den Kurs des Landrates. „Wir haben die Chance, mit Hilfe des Landes unseren Haushalt zu konsolidieren“, sagte der Kyritzer Thomas Settgast. Die Kommunen hätten mehr Geld als in den Vorjahren,
auch wenn sie mehr an den Kreis abgeben müssen, sagte die Wittstockerin Ina Muhß. Die Ausgaben des Kreises seien ja auch für Neuruppiner, Kyritzer und Wittstocker, so Manfred Richter aus Rheinsberg. Die Entscheidung trifft der Kreistag am 4. Dezember.