Spaatz – Den Medien wurde am Montag noch eine Sperrfrist verpasst.
Bloß nicht zu früh sollte die Nachricht vom Sieg des Dorfes Spaatz beim havelländischen Dorfwettbewerb durch die digitalen Medien rauschen. Doch die Neuigkeit sprach sich auch so sehr schnell herum und bereits am Montag wusste man in Spaatz, dass der Dienstag ein besonderer Tag
werden würde. Denn gestern wurde offiziell verkündet: Spaatz hat den Dorfwettbewerb im Landkreis gewonnen. Im Unterricht haben Kinder auf Schautafeln Dorfansichten gestaltet. Es sind schöne Bilder, die zeigen, dass sich die Kinder wohl fühlen in Spaatz. Und auch gestern waren viele Kinder
bei der Siegerehrung dabei. So ein Dorf mit derzeit 325 Einwohnern muss einfach Zukunft haben. Auch die Jury des 9. Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hat das so gesehen und Spaatz (Amt Rhinow) zum Wettbewerbssieger gekürt. Teilgenommen haben insgesamt sieben Dörfer. Sieger und Platzierte hatte der Landkreis gestern zur Auszeichnung nach Spaatz in die Getränkeschenke Wilke eingeladen. Die Siegerurkunde überreichte Landrat Burkhard Schröder (SPD) dem Spaatzer Ortsvorsteher Silvio März. Platz zwei belegte Garlitz (Amt Nennhausen). Grünefeld
(Gemeinde Schönwalde-Glien) wurde Dritter. In Spaatz pflegen sehr viele Einwohner ein Ehrenamt und engagieren sich für die Dorfgemeinschaft. Zudem habe der Ort eine klassische Dorfstruktur mit Handwerk, Gewerbe
und Landwirtschaft, sagte Landwirtschaftsdezernent Henning Kellner (SPD). Er war Leiter der Wettbewerbsjury. „Der Jury ist die Entscheidung dennoch nicht leicht gefallen, weil alle Dörfer mit einer guten Entwicklung überzeugen
konnten“, sagte Kellner. 1000 Euro hat Spaatz vom Landkreis als Siegerprämie bekommen. Garlitz kann sich über 650 Euro freuen und Grünefeld bekam 450 Euro. Jeweils 300 Euro und eine Urkunde erhielten Stechow, Steckelsdorf, Semlin und Pessin für ihre Teilnahme am Kreiswettbewerb. Für Semlin war es übrigens keine Premiere. Der Ort
hatte auch schon auf Kreisebene gewonnen und im Folgewettbewerb auf Landesebene gut abgeschnitten. „Spaatz hat mit dem Wettbewerb im Laufe des Jahres an dörflichem Teamgeist gewonnen“, hob Ortsvorsteher Silvio
März am Dienstag hervor. Zu Gast waren auch der Bundestagsabgeordnete
Uwe Feiler (das CDU-Mitglied wohnt in Spaatz) und sein Kollege Sebastian Steineke (CDU).
Beispiele, wie sich Spaatz in den letzten 25 Jahre gewandelt hat und welche Zukunftsvorhaben hier noch anstehen erläuterte Landrat Burkhard Schröder. Er erwähnte die 2013 sanierte Ortsdurchfahrt und den neuen Fußgängerweg. 30 000 Euro wurden in Spaatz mit Unterstützung von Fördermitteln vor vier Jahren in die Neugestaltung des Spielplatzes investiert. Die Sanierung des Kriegerdenkmals einschließlich des Vorplatzes wurde aus Spenden der Einwohner finanziert. Der Sportverein Empor Spaatz mit insgesamt 118 Mitgliedern erweitert derzeit die Wettkampfstätte seiner Billardspieler. Der seit 40 Jahren existierende Jugendclub wurde zum Mehrgenerationentreff ausgebaut und soll noch in diesem Jahr renoviert werden. Geplant ist, den Dorfanger mit Blumenrabatten zu verschönern und in der Feldsteinkirche wird 2015 zur Buga eine Ausstellung mit Dorfansichten gezeigt. Sport- und Dorffest, Osterfeuer, Drachenfest, wiederbelebte Maifeier, Dorfband, Aktivitäten der Awo-Ortsgruppe und des Fördervereins
der Feuerwehr sowie andere Veranstaltungen sorgen für buntes Leben. Im kommenden Jahr wird Spaatz den Kreis beim Landeswettbewerb vertreten.