Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
21.10.2014, 09:52 Uhr | MAZ - Ruppiner Tageblatt 21.10.2014 / Christoph Brandhorst

Schwierige Personalsuche
Die Lindower Salusklinik bekämpft den Fachkräftemangel mit einer eigenen Psychologen-Ausbildung

Lindow – Die Salusklinik in Lindow gehört deutschlandweit zu den führenden Einrichtungen wenn es um die Rückfallprävention ihrer Patienten geht. Besonders bei der Behandlung von Glücksspielsucht und Angststörungen hat sich die Klinik am Ufer des Gudelacksees auch überregionales Renommee verschafft. Im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke und der Lindower Bürgermeisterin Heidrun Otto (beide CDU) klagt Klinikdirektor Johannes Lindenmeyer aber auch über Fachkräftemangel. Besonders schwer sei es, Ärzte und Psychotherapeuten in die Region zu locken. Elf Ärzte und 27 Psychologen behandeln an der Salusklinik derzeit vor allem Patienten mit Suchtproblemen oder psychosomatischen Störungen. „Bislang ist es uns zum Glück gelungen, so gut wie immer alle Arztstellen zu besetzen“, sagt
Lindenmeyer. Dennoch sei es schwierig, gerade im ländlichen Raum Nachwuchs für das Gesundheitswesen zu finden. Die meisten Mitarbeiter pendeln schon jetzt aus Berlin nach Lindow. Optimal sei das nicht. Denn: „Wann unsere Patienten Probleme bekommen und Hilfe brauchen, ist zeitlich ja nicht planbar“, sagt der Klinikleiter. Bereits seit 2010 nimmt die Salusklinik deshalb die Ausbildung ihrer Psychotherapeuten selbst in die Hand. Am hauseigenen Institut für Verhaltenstherapie sind stets zwölf bis 15 Anwärter in der Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten. Finanziert wird diese größtenteils von der Klinik und ist damit für die Hochschulabgänger mit absolviertem Psychologiestudium kostenfrei. Mehr noch: Da die dreijährige Ausbildung im laufenden Klinikbetrieb stattfindet, erhalten sie sogar eine bezahlte Anstellung. Ein Glücksfall, findet Johannes Lindenmeyer, der die Einrichtung seit 1996 leitet. „Sonst hätte ich hier nicht so viele gute, junge Leute.“
Dennoch herrsche in der Lindower Klinik eine recht hohe Personalfluktuation. Besonders nach der Elternzeit würden die wenigsten
in die brandenburgische Provinz zurückkehren. Ein weiterer Weg der Salusklinik ist deshalb, Ärzte aus dem Ausland zu integrieren. „Sie absolvieren eine Gleichwertigkeitsprüfung“, erklärt Lindenmeyer. Probleme gibt es dennoch:
„Denn gerade in der Psychotherapie spielen Sprache und Kultur eine große Rolle“, sagt er. Auch mit der im Sommersemester 2015 startenden Medizinischen Hochschule in Neuruppin und Brandenburg wird es eine Kooperation geben. Johannes Lindenmeyer wird dort den Lehrstuhl für
medizinische Psychologie besetzen. Zudem sei geplant, dass die
Psychologie-Studenten wöchentlich einen Tag praxisnah in der Salusklinik
lernen.