Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
15.03.2018, 13:21 Uhr | MAZ - Ruppiner Tageblatt 15.3.2018 / Andreas Vogel

Der Neubau der Kreisverwaltung wird teurer
Jetzt wird mit Kosten von 7,8 Millionen statt 6,6 Millionen Euro gerechnet – Fraktionschefs im Kreistag warnen vor „Extra-Wünschen“

Neuruppin. Schon vor Beginn der ersten Arbeiten ist klar, dass der
dreigeschossige Neubau der Kreisverwaltung in der Neustädter Straße in Neuruppin deutlich teurer wird als geplant. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) rechnet jetzt nach Vorlage eines „zuschlagsfähigen Angebots“ mit Gesamtkosten von 7,8 Millionen Euro – das sind 1,2 Millionen Euro mehr als noch vor einem Jahr gedacht. Ralph Bormann, Chef der bunten Kreistagsfraktion aus Bauern, Freien Wählern und FDP, zeigte sich
gestern nicht wirklich überrascht. „Wir wissen aus der Baubranche, dass die Preise enorm angezogen haben.“ Zugleich betonte Bormann, dass der geplante Neubau trotz des Kostenanstiegs von gut 18 Prozent nicht mit dem Berliner Flughafen zu vergleichen sei. „Wir haben einen Komplettpreis.“ Damit fahre der Landkreis gut. Deshalb könne er, Bormann, das Projekt auch weiterhin vertreten. Der Politiker warnte jedoch vor „Extra-Wünschen“ der
Verwaltung. Diese müsse sich zügeln, so Bormann. „Wir werden Debatten haben“, sagte CDU-Chef Sebastian Steineke. Er hat angesichts des Baubooms Zweifel, ob die jetzt ermittelten Kosten „wirklich schon das Ende
der Fahnenstange“ sind. Vielmehr hält es Steineke nicht für ausgeschlossen,
dass das Projekt noch teurer wird. Der CDU-Mann kritisierte, dass die Verwaltung zunächst von zu niedrigen Kosten ausgegangen sei. Gleichwohl hält auch Steineke an dem Neubau fest. Schließlich sollen in diesen die rund 130 Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und des Neuruppiner Jobcenters einziehen, die derzeit ihre Büros in der einstigen Poliklinik in der Neustädter
Straße haben. Das Haus, das 1961 eröffnet wurde und in dem der Landkreis lediglich Mieter ist, müsste dringend saniert werden. Eigentümer ist eine Tochter der Ruppiner Kliniken. Sie will das so genannte Ärztehaus für gut drei
Millionen Euro verkaufen. Ein erster Anlauf scheiterte jedoch im Sommer (die MAZ berichtete). Auch die SPD-Fraktionschefin Ina Muhß findet die Kostenexplosion für den geplanten Neubau „nicht sehr schön“. Dennoch ist die jetzige Gesamtsumme für Muhß „gerade noch zu akzeptieren“. Auch deshalb dürfe es keine „Extra-Wünsche“ geben, um das jetzige Limit einhalten zu können. Die SPD Frau fordert, dass die Arbeiten für das Millionenprojekt nun möglichst zügig beginnen – damit die Mitarbeiter von Gesundheitsamt und Jobcenter auch schnell in neue Büros umziehen können. Nach den bisherigen Planungen sollten die Arbeiten eigentlich im Mai beginnen. Ob dieser Plan zu halten ist, ist unklar. Landrat Reinhardt wird heute beim Kreistag über das Projekt informieren. Beginn ist um 16.30 Uhr in der Aula des Oberstufenzentrums in Neuruppin.