Rathenow. (siw) Wegen fortdauernder Erkrankung konnte das prominenteste CDU-Mitglied nicht am traditionellen Neujahrsempfang der Rathenower
Christdemokraten teilnehmen. Statt dem Bürgermeister-Kandidaten und Amtsinhaber Ronald Seeger holte sich der Gast aus Brandenburg an der
Havel, die Bundestagsabgeordnete und vormalige Oberbürgermeisterin
Dietlind Tiemann, den Applaus der anwesenden CDU-Mitglieder auf dem Empfang im Restaurant Harlekin ab. Sie hatte für die Partei im September 2017 erstmals das Direktmandat im Wahlkreis 60 gewonnen, zu dem auch Rathenow gehört. Eine Jamaika-Koalition wäre ihr lieber gewesen, wie sie meinte. Aber sei es allerhöchste Zeit, dass klar ist, wie die Bundesregierung
aussieht, um wieder politisch geordnete Verhältnisse haben. Als stellvertretendes Mitglied im Landwirtschafts- und im Gesundheitsausschuss fordert die Bundestagsabgeordnete eine Aufwertung im Bereich Pflege und Betreuung. Als stimmberechtigtes Mitglied wurde Dietlind Tiemann in den
Ausschuss Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung gewählt. Der Einladung zum Neujahrsempfang waren übrigens auch die CDU-Gewinner
aus den angrenzenden Wahlkreisen 56 und 58 gefolgt, Sebastian Steineke und Uwe Feiler. Gastgeber war Andreas Gensicke, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, der gleichsam Kopf der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung ist. Allerdings war es dann die Landtagsabgeordnete Barbara Richstein, die den Fokus auf die am 25. Februar anstehende Bürgermeisterwahl in der Kreisstadt lenkte. Sie hofft freilich darauf, dass Ronald Seeger wieder gewählt wird. Andere Gäste im
Harlekin, so Vertreter der Linke und der SPD-Fraktion der SVV würden freilich lieber den jeweils eigenen Kandidaten ihrer Parteien für die nächsten acht Jahre im Chefsessel des Rathauses sehen.