Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
14.08.2014, 11:19 Uhr | MAZ - Prignitz-Kurier 14.8.2014 / Michael Beeskow

Noch immer große Nester
Auch im Rühstädter Schlosspark soll noch abgesaugt werden

Rühstädt – Noch warnen Schilder in Rühstädt (Amt Bad Wilsnack/Weisen) vor dem Eichenprozessionsspinner. „Ende August werden sie wieder abgenommen“, kündigt Ordnungsamtsleiter Gerald Neu an. „In der Ortslage sind inzwischen alle Bäume abgesaugt worden“, konnte er jetzt berichten.
Im Schlosspark sind jedoch noch dicke Nester an den Bäumen zu erkennen. Entlang der Wege soll dort deshalb noch punktuell eine weitere Absaug-Aktion erfolgen. Der Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann, der zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke (beide CDU) sich ein Bild von der Lage in der Gemeinde machte, meinte angesichts der Gespinstnester: „Das ist schon erschreckend, wie groß sie
sind.“ Beide Politiker sprachen sich dafür aus, dem Schutz der Gesundheit
eindeutig den Vorrang vor anderen Belangen zu geben. Allerdings litten ja die Bäume unter dem Schädlingsbefall und würden schließlich absterben. „Das ist also auch ein Naturschutzproblem“, meinte Gordon Hoffmann.
Der Landtagsabgeordnete sprach sich für eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aus, die auch zum Erfolg führe. „Halbe Sachen können wir uns sparen. Die Kosten nur unnötig Geld.“ Wie Gerald Neu berichtete, sei zunächst nur eine Eiche in der Nähe des Storchenkrugs befallen gewesen. Und dann seien alle Eichen von dem Spinner befallen gewesen.
Bei der jüngsten Bekämpfung aus der Luft hatte die Landesforstbehörde
zahlreiche Waldgebiete von der Befliegung ausgenommen, obwohl diese als befallene Gebiete gemeldet worden waren. Aus Naturschutzgründen durften überdies Flächen in Gewässer – etwa in Elbnähe – nicht aus der
Luft mit dem Bekämpfungsmittel besprüht werden. Der Landkreis bereitet inzwischen eine erneute Luftbekämpfung des Eichenprozessionsspinners
vor, die im nächsten Frühjahr erfolgen soll. Die Erfassung von mit dem Spinner befallener Bäume ist bereits angelaufen. „Dem Amt wurden etwa
90 Fälle gemeldet“, berichtete der Ordnungsamtsleiter. Er erwartet bis zum 22. September weitere Meldungen. Dann sollen alle zusammen an den Landkreis zur Erfassung weiter gegeben werden. Er bittet die Bürger auch gesundheitliche Schäden zu dokumentieren. Fotos oder Arztberichte könnten
dann in den Verhandlungen vorgelegt werden, um die Notwendigkeit der Bekämpfung zu unterstreichen. Mit Unverständnis nahmen die beiden Abgeordneten ein anderes Problem zur Kenntnis. Der Abfüllplatz für Sandsäcke in Bälow ist auch ein Jahr nach der Elbeflut nicht geräumt. Tausende Sandsäcke fliegen weithin durch das Gelände.