Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
27.01.2018, 13:51 Uhr | Ruppiner Anzeiger 27.1.2018 / Markus Kluge, Matthias Haack

Ein Spiegel der Vielfalt im Sportkreis
Sechs „Bambi des Sports“ übergeben / Landrat mahnt, Fokus nun mehr auf Trainerausbildung richten

Neuruppin (RA) Zu einem etwas veränderten Rahmen hatte sich der Kreissportbund (KSB) entschlossen, um seine traditionelle
Auszeichnungsveranstaltung „Sportler des Jahres“ zu garnieren. Ein neuer Aspekt: Der als „Rasender Reporter“ bekannte Atilla Weidemann wurde als Moderator engagiert. Auch wurde diesmal die Empfangshalle der Sparkassen-
Hauptfiliale mit ihrem historisch geprägten Ambiente genutzt und nicht mehr die Kantine. Das kam bei den 110 Gästen am Freitagabend prächtig an, weil zum einen durch die Stehtische lockere Stimmung herrschte sowie Sehen
und Hören leichter waren. Für den kulturellen Rahmen sorgte das Neuruppiner Projekt „Beatments“, das zu Beginn und zum Ende der 70-minütigen Auszeichnung seinen speziellen Blick auf Tanz und Pop gab. Ohne Schuhe, ohne Socken. Pur. Einer der sechs Preise, auch „Bambi des Sports“ genannt, ging an den Vorjahressieger. Alle anderen Preisträger sind zwar keine Unbekannten in der Sportlerfamilie, aber die Vielfalt spiegelt das umfangreiche Sportangebot im Nordwesten Brandenburgs wider. Immerhin
betonte Schirmherr Ralf Reinhardt, dass der Landkreis den organisierten Sport mit 120 000 Euro unterstützt. „Mit der Stiftung und dem Landkreis ist da
sein Räderwerk, das greift.“ Der SPD-Landrat nutzte die Bühne aber auch, um zu mahnen: „Unsere größte Aufgabe wird in den nächsten Jahren sein, die Trainer vernünftig auszubilden.“ Hintergrund: Eine Großteil der ehrenamtlich
Tätigen steht an der Grenze zum Rentnerleben. Dass mindestens jeder siebte Ostprignitz-Ruppiner Mitglied in einem Sportverein ist, freut den Neuruppiner
CDU-Politiker Sebastian Steineke. Insofern sei die Sportförderung, die der Kreistag befürwortet hat, sehr gut angelegtes Geld.
Eckhard Döblitz vom Segelclub Lindow empfiehlt beim Blick auf das Altersspektrum sogar, die öffentliche Aufmerksamkeit durch die Wahl zum „Sportler des Jahres“ mit einer Rubrik zu ergänzen: „Nachwuchstrainer“.
Gesucht werden bislang die Besten in den Bereichen Sportlerin, Sportler, Nachwuchs-Einzel, Nachwuchs-Mannschaft, Trainer/Betreuer und Mannschaft. In jener Königsdisziplin setzten sich die Fußballer des FK Hansa Wittstock durch – zum zweiten Mal nach 2013. Sebastian Steineke dazu: „Die Nachwuchsarbeit dort ist schon toll, nicht umsonst spielen sie mit den
Männern in der zweithöchsten Liga in Brandenburg.“ Erfolgstrainer Jörg Lutter: „Ich ziehe meinen Hut vor den anderen, die heute hier waren. Die Faustballer leisten für ihre Sportart und ihre Region Erstaunliches.“ Rang zwei ging an die Fußballerinnen der SG Sieversdorf. Luther: „Deren Erfolg ist ganz klar mit einem Namen verbunden – Siegfried Zepp. Was der seit Jahren
für den Frauenfußball leistet, ist riesig.“ Die adretten Pokale wurden auch in diesem Jahr wieder von Automationssysteme Leske (ASL) gesponsert. Nicht
nur das. Das Unternehmen fördert neben zahlreichen Vereinen auch Motorsportler Tobias Kollan. „Ich liebe Leute, die sich hervorheben, sich den Extremen stellen und dabei auch erfolgreich sind“, so Geschäftsführer
Andreas Leske. „Ein guter Sponsor ist das A und O“, so Kollan. Im Unterschied zu Mannschaftssportlern muss er für seine Wettkämpfe alleine geradestehen. „Ein Trikot und ein paar Schuhe reichen da nicht aus“, sagt er. Pro Rennen müsse er allein für An- und Abreise, Unterkunft, Verpflegung und anderes mindestens Kosten in Höhe von rund 1 500 Euro kalkulieren. Pro Jahr summiere sich das auf gut 20 000 Euro. „Bei ASL durfte ich mich bei der ,Langen Nacht der Wirtschaft‘ präsentieren. Erst dort sind so richtig viele Leute auf mich aufmerksam geworden“, freute sich Kollan. Nun begibt er sich auf die Suche, wer ihn als Kandidaten vorgeschlagen hatte. Einen heißen
Verdacht hat er offenbar mit Blick auf seine Familie.