Neuruppin (dd) „Uns ist klar, nur mit Geld kann man niemanden zur Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr bewegen“, sagt der CDU-Stadtverordnete Sebastian Steineke. Trotzdem fordern er und seine Fraktionskollegen
eine leichte Erhöhung der Aufwandsentschädigung, die die Stadt Neuruppin an ehrenamtliche Brandbekämpfer pauschal und für die direkte Teilnahme an Einsätzen zahlt. „Von den Feuerwehrleuten werden vielfach weitere Wege
zu den Übungsveranstaltungen und den Einsatzstandorten verlangt. Die Kostenexplosion im Bereich der Fahrkosten ist allen bekannt“, schreibt die Fraktion in einer Pressemitteilung. „Zu der schwierigen Aufgabe, eine
funktionierende Freiwillige Feuerwehr aufrecht zu erhalten, ist es unerlässlich, die einzelnen Kräfte nicht noch mit den Mehrkosten
für die ehrenamtliche Arbeit zu belasten.“ Mit rund 90 000 Euro würde
der Vorschlag jährlich im Neuruppiner Haushalt zu Buche schlagen. Entschieden ist noch nichts. Auch ob die Fraktion den vollen Umfang ihres Vorschlags durchgesetzt bekommt, ist fraglich. Entscheiden muss das Stadtparlament. Aber bringt die geringfügige Aufwandsentschädigung überhaupt etwas? „Natürlich motiviert man freiwillige Feuerwehrleute
etwas mehr, wenn man Aufwandsentschädigungen zahlt“, sagt Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald. Er betont: Die Gelder sind keine echte Bezahlung. „Die Kameraden verschleißen aber ihr Auto, private
Kleidung, die Führungkräfte telefonieren viel. Ein paar Euro mehr helfen da sicher.“ Auch Stadtbrandmeister Reinhard Jachnick sieht das so: „Wir
heißen immer noch Freiwillige Feuerwehr. Aber man kann den Aufwand ein wenig abfedern. Allein im Juli gab es 65 Einsätze. Manchmal zieht man sich mehrmals an einem Tag um.“
„Die Freiwillige Feuerwehr muss uns etwas wert sein“, betont Steineke, der auch im Kreis- und im Bundestag sitzt. „Uns ist klar, dass der Vorschlag nicht ausgabenneutral ist, aber wir wollten früh mit der Debatte beginnen.
Aus unserer Sicht ist die Ausgabe nicht überbordend.“ Schon jetzt gilt als sicher, dass die Stadt in den nächsten Jahren nicht mehr Geld zur Verfügung
hat. Nachdem der Landkreis vorige Woche ankündigte, die Kreisumlage bei 48 Prozent belassen zu wollen, bleibt der Stadt noch weniger Geld (RA
Vorschlag: „Auch die Kostenersatzsatzung (die Satzung regelt, in welchen Fällen Verursacher einen Einsatz bezahlen müssen, d. Red.) sollte durch
die Verwaltung überarbeitet werden, um die seit fast zehn Jahren unveränderten Sätze anzupassen und damit eine höhere Kostendeckung zu erreichen“, meint der CDU-Stadtverordnete Michael Gayk. Er will sich im September in den Landtag wählen lassen. Aus Steinekes Sicht könnte zudem die alte Debatte um mögliche Aufgaben, die der Kreis übernehmen könnte, die Haushaltsdebatten beleben. „Der Kreis kassiert zwar seine hohe Kreisumlage, könnte dafür