Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
25.09.2017, 16:35 Uhr | Ruppiner Anzeiger 25.9.2017

Debakel für Union und SPD – AfD im Osten auf Platz zwei
Sozialdemokraten wollen in die Opposition / Steineke verteidigt Direktmandat im Wahlkreis 56

Berlin/Neuruppin (RA/dpa) Die bisherige Große Koalition ist bei der Bundestagswahl am Sonntag auf dramatische Weise abgewählt worden. Während Union und SPD heftige Verluste erlitten, wurde die AfD drittstärkste
Partei. In Oberhavel konnte Uwe Feiler (CDU) sein Direktmandat verteidigen.
Es ist eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik. Erstmals seit mehr
als 50 Jahren zieht eine Partei rechts der Union in den Bundestag. Bundeskanzlerin Angela Merkel kann trotz gewaltiger Einbußen der Union voraussichtlich vier weitere Jahre regieren. Ihr bisheriger Koalitionspartner SPD mit dem Herausforderer Martin Schulz stürzt dagegen auf ein
historisches Rekordtief. Schulz sprach von einem bitteren Tag für die Sozialdemokratie und kündigte den Gang seiner Partei in die Opposition an. Er gab Angela Merkel eine Mitschuld am Erstarken der AfD. „Ich glaube, dass Frau Merkel einen Wahlkampf geführt hat, der skandalös war“, sagte Schulz in der „Berliner Runde“ von ARD und ZDF. Durch den Verzicht der SPD auf eine Regierungsbeteiligung rückte am Abend eine Jamaika-Koalition in den Fokus. Einfach würden die Gespräche darüber nicht, meinte Unions-Fraktionschef
Volker Kauder. FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte, einen Automatismus für Jamaika gebe es nicht. Auch die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-
Eckardt rechnete mit schwierigen Gesprächen: „Wir werden kein einfacher
Partner sein.“ Die AfD wurde im Bund zur drittstärksten, im Osten mit 21,5 Prozent zur zweitstärksten Kraft. Der Abstand zur CDU, die im Osten 26,5 Prozent erreichte, beträgt nur fünf Prozentpunkten. Drittstärkste Kraft ist hier die Linke mit 16,5 Prozent, die SPD kommt mit 14,5 Prozent nur auf Platz vier.
AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland machte eine Kampfansage an die künftige Bundesregierung: „Sie kann sich warm anziehen. Wir werden sie jagen“, sagte er. Im Wahlkreis 56 (Prignitz/Ostprignitz-Ruppin/Havelland) hat CDU-Kandidat Sebastian Steineke sein vor vier Jahren überraschend erobertes Direktmandat souverän verteidigt. Nach Auszählung von 467 der 468 Wahlbezirke kam er auf 30,8 Prozent der Erststimmen. Hinter ihm rangiert Dagmar Ziegler (SPD) mit 23,7 Prozent vor AfD-Bewerber Michael Nehls mit 18,0 Prozent. Die viertmeisten Stimmen sammelte Kirsten Tackmann (Linke, 17,6 Prozent). Ziegler und Tackmann, die am Wahltag ihren 57. Geburtstag
feierte, werden die Region auch weiter im Bundestag vertreten. Beide waren für ihren Parteien zu Spitzenkandidaten in Brandenburg ernannt und mit einem sicheren Listenplatz 1 ausgestattet worden. Keine Chance auf ein
Mandat hat hingegen Michael Nehls. Trotz des überraschend starken Abschneidens der AfD reicht Platz 12 auf der Landesliste nicht für einen Einzug in den Bundestag.