Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
25.09.2017, 16:26 Uhr | MAZ - Der Havelländer 25.9.2017 / Sandra Bels, Andreas Vogel, Kathrin Gottwald

Sebastian Steineke gewinnt erneut den Wahlkreis 56
Dagmar Ziegler (SPD) bleibt mit Verlusten auf Platz 2, dicht gefolgt von AfD-Mann Michael Nehls, große Enttäuschung bei Kirsten Tackmann (Linke)

Nauen/Friesack/Neuruppin. Blankes Entsetzen herrschte um 18 Uhr bei der Spitzenkandidatin der Linken im Land Brandenburg Kirsten Tackmann: Die AfD verdrängt die Linke als drittstärkste Kraft – auch im Wahlkreis 56, in Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Teilen des Havellandes. Und es wurde aus Tackmanns Perspektive nicht besser. Im Ringen um das Direktmandat fiel sie
mit 17,4 Prozent noch hinter AfDMann Michael Nehls zurück, der 18,3 Prozent der Erststimmen holte. CDU-Mann Sebastian Steineke (30,7 Prozent) hatte keine Schwierigkeiten, sein Direktmandat zu verteidigen. Dagmar Ziegler (SPD, 23,8 Prozent der Erststimmen) blieb auf Platz 2. „Das ist bitter“, kommentierte Tackmann das aus ihrer Sicht bedenkliche Abschneiden der
AfD. „Das ist ein schwarzer Tag für die Demokratie.“ Das Ergebnis zeige aber, dass sich „die Menschen gegeneinander ausspielen lassen – Arme gegen noch Ärmere“. Auch Dagmar Ziegler, die als Spitzenkandidatin der SPD im Land Brandenburg den Wahlausgang auf der Wahlparty in Potsdam verfolgte,
war entsetzt, vor allem über das Abschneiden der AfD. „Wir wollten es nicht wahrhaben, dass eine so unmögliche Partei, die Ängste schürt und ausländerfeindliche Parolen von sich gibt, auf demokratischer Basis ein solches Ergebnis erzielt. Jetzt müssen wir eine klare Kante zeigen“, sagte sie. Dies gelte für alle anderen Parteien.
Bei AfD-Mann Nehls hielt sich der Jubel erstaunlicherweise in Grenzen – er hatte sich noch mehr Wählerstimmen versprochen. „Über 13 Prozent sind gut, damit können wir aber im Bundestag keine Gesetze verhindern. Nehls geht davon aus, dass er persönlich den Einzug in den Bundestag verfehlt hat. Bei Sebastian Steineke herrschte gestern gedämpfte Freude. „Die bundesweiten Ergebnisse sind schlecht. Wir haben viele Stimmen an FDP und AfD abgegeben.“ Der
havelländische FDP-Mann Andreas Hoffmann landete mit 3,6 Prozent der Erststimmen auf Platz 5, der Grüne Martin Wandrey aus Friesack auf Platz 6 (3,0 Prozent). Mario Borchert, der unter dem selbst gewählten Slogan „Für praktische
Vernunft in der Politik“ als Einzelbewerber antrat, landete mit 0,5 Prozent der Erststimmen auf dem letzten Platz. „Da habe ich wohl nicht genügend Leute erreicht mit meinem Wahlkampf.“