Sebastian Steineke.   Ihr Bundestagsabgeordneter für Nordwest-Brandenburg
11.06.2013, 09:48 Uhr | Märkische Allgemeine Zeitung / Andreas Vogel 11.06.2013

Weitere Unterstützung für CDU Antrag auf Bildung von 3 Klassen in Wittstock
Sebastian Steineke: \"Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen\"

NEURUPPIN Der Streit um die neuen 7. Klassen am Wittstocker Gymnasium spitzt sich zu. Landrat Ralf Reinhardt (parteilos) hat jetzt den Leiter des Staatlichen Schulamtes in Perleberg, Karl-Heinz Kowalzik, in einem Brief gebeten, seine Entscheidung zu korrigieren.

Die Behörde hat zum August nur zwei 7. Klassen am Wittstocker Gymnasium genehmigt. Dabei gab es 63 Anmeldungen. Damit wären drei 7. Klassen à 21 Schüler möglich. Stattdessen sollen zwei Klassen mit je 28 Schülern eingerichtet werden. Folglich müssen sechs Siebentklässler nach Pritzwalk zum Gymnasium fahren.
„Den Schülern und Eltern aus der Stadt Wittstock ist es nur schwer vermittelbar, dass sie ab dem neuen Schuljahr täglich eine Wegezeit von mehr als zwei Stunden für die Hin- und Rückfahrt aufwenden müssen, obwohl ein Gymnasium am Wohnort von ausreichender Aufnahmekapazität (...) vorgehalten wird“, heißt es in dem Brief, der der MAZ vorliegt. Hinzu kommt, dass der Kreis für die Fahrt- und Schulkosten der Siebentklässler aufkommen muss. Das wären etwa 8000 Euro pro Jahr.

„Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen“, sagt Sebastian Steineke. Der Neuruppiner CDU-Mann hofft, dass der Kreistag am Donnerstag einem Antrag seiner Fraktion zustimmt. Demnach soll die Landesregierung dafür sorgen, dass am Wittstocker Gymnasium drei 7. Klassen eingerichtet werden. „Ich glaube schon, dass es ein übergreifendes Interesse an der Sicherung der Schulstandorte gibt“, so Steineke. „Da kann man auch eigentlich nichts dagegen haben.“ Denn gute Schulen seien auch eine wichtige Voraussetzung, dass sich Unternehmen in der Region ansiedeln.

Der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann hat bereits beim Schulamt in Perleberg interveniert. Erfolglos. Die Dossestadt hat jahrelang für den Erhalt ihres Gymnasiums gekämpft. Nun kommen auch Schüler aus Rheinsberg und Flecken Zechlin nach Wittstock – und im Gegenzug müssen noch Wittstocker Schüler nach Pritzwalk. Das sorgt ebenfalls beim Wittstocker Stadt- und Kreistagsabgeordneten Wolfgang Dost für Unmut. Immerhin zahlt Wittstock für den Bus, der die Schüler aus Rheinsberg und Flecken Zechlin bringt, etwa 10 000 Euro pro Jahr.

Offen blieb gestern, wie viele Lehrer das Wittstocker Gymnasium zusätzlich benötigen würde, wenn eine dritte 7. Klasse dort eingerichtet wird. Sebastian Steineke glaubt, dass nicht viel neues Personal benötigt wird. „Vielleicht reicht es, einen oder zwei Lehrer einzustellen und noch Stunden für vorhandene Lehrer aufzustocken.“ Vom Schulamt selbst gab es gestern den ganzen Tag über keine Auskunft. Der Behördenleiter sei in Einstellungsgesprächen mit neuen Lehrkräften, hieß es aus seinem Büro.