Jährliches Bangen im Begegnungshaus

Bundestagsabgeordneter besucht Neuruppiner Krümelkiste und will mehr Planungssicherheit für Mehrgenerationenhäuser

Neuruppin – Jedes Jahr ein neues Bangen – Beate Müller vom Demokratischen Frauenbund kennt es nicht anders, solange sie sich erinnern
kann. 56 Mitarbeiterinnen im Neuruppiner Mehrgenerationenhaus
Krümelkiste – darunter viele Ein-Euro-Jobber, Bundesfreiwilligendienstleistende
und 21 Ehrenamtliche – wissen nicht, ob es weitergeht. Angestellte melden
sich vorsorglich arbeitslos, bis klar ist, dass die Stadt ihren Eigenanteil doch finanzieren kann. Denn nur dann gibt es auch Geld vom Land und vom Bund.
Der Neuruppiner Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU) will sich nun bei seinen Parteifreunden im Landtag dafür einsetzen, eine andere Lösung zu finden, um den Mehrgenerationenhäusern die jährliche Zitterpartie
zu ersparen. „Wir regieren zwar nicht in Brandenburg“, sagte er. Dennoch ist er zuversichtlich. Schließlich sei nicht zu erwarten, dass SPD, Linke oder Grüne dagegen sind, die Mehrgenerationenhäuser zu erhalten. Steinekes Idee: Das Land soll einspringen, wenn Kommunen ihren Eigenanteil nicht leisten können – beispielsweise dann, wenn eine Haushaltssperre die freiwilligen Leistungen
an die Mehrgenerationenhäuser verhindert.

Steineke und der Neuruppiner Bürgermeister Jens-Peter Golde besuchten gestern das Neuruppiner Mehrgenerationenhaus „Krümelkiste“ an der Otto-Grotewohl-Straße am Rande des Neubaugebietes. Das Begegnungshaus war
in den Jahren 2004 bis 2006 in den Räumen einer aufgegebenen Kindertagesstätte entstanden. Neuruppin steuerte damals mehr als eine Million Euro Eigenanteil bei und seitdem Jahr für Jahr zweimal 10 000 Euro Zuschuss für den Betrieb. Doch in diesem Jahr wurde bei allen Vereinen um 30 Prozent
gekürzt. Unter anderem die gestiegene Kreisumlage, die der Landrat von Neuruppin fordert, gehe zu Lasten sozialer Projekte, die die Stadt bisher immer gern unterstützt habe, sagt Golde. Auch die doppische Haushaltsführung trage zu der Misere bei. Je mehr die Stadt in Gebäude wie beispielsweise die „Krümelkiste“ investiert habe, desto höher seien die Abschreibungen, die im Haushalt für den Wertverlust ausgewiesen werden müssen.

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