Die Bleche kosten weniger, die Muffen mehr

Das Unternehmen Huch-Behälterbau setzt auf die Energiewende

Werder – Die Energiewende ist bei den meisten Menschen noch nicht angekommen. Thomas Huch, Geschäftsführer von Huch-Behälterbau in Werder, sieht das an Hand der Zahlen. Mehr als 17 Millionen Ein- und
Zweifamilienhäuser gibt es demnach in Deutschland – „doch nur 20 Prozent entsprechen dem Stand der Technik“, sagt Huch mit Verweis auf eine aktuelle Studie. Der Geschäftsführer des 1928 gegründeten Familienunternehmens
setzt darauf, dass die restlichen 80 Prozent der Häuslebauer auch bald ihre Heizungen modernisieren. Sie würden damit Energie sparen, der Betrieb
von Thomas Huch und seinen 140 Mitarbeitern würde davon profitieren. Schließlich stellt das Unternehmen im Gewerbegebiet Temnitzpark jährlich 40 000 Behälter in vielerlei Größen her – vor allem für den Heizungsbau. „Vor elf Jahren wurden 1,1 Millionen Heizungen verkauft. Jetzt sind es nur noch
600 000“, sagt Huch. Dabei sind die Materialpreise gesunken. Für Bleche und Böden sogar um rund 20 Prozent in vier Jahren. Allerdings muss für Muffen, mit denen Rohre oder Behälter verbunden werden, jetzt mehr gezahlt werden.

Das Unternehmen konzentriert sich verstärkt auf Sonderanfertigungen und Nischenproduktionen. Das scheint der richtige Weg zu sein. „Wir hatten im vergangenen Jahr 9000 Anfragen für Sonderbehälter, das sind 45 Prozent mehr als zuvor“, sagt Geschäftsführer Huch. Sebastian Steineke ist beeindruckt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete sieht sich zum ersten Mal in dem Unternehmen um und will wissen, wo der Schuh drückt. Die Konkurrenz aus Osteuropa ist das eine. Dort liegt der Anteil der Lohnkosten maximal bei zehn Prozent, sagt Huch. In Werder sind es 21 Prozent. Zum anderen fürchte der Mittelstand zusätzliche finanzielle Belastungen durch den Bund. Die wird es laut Steineke nicht geben. Vielmehr versprach der Politiker ein Förderprogramm zum Umbau und zur Modernisierung von alten Heizungsanlagen. „Das geht in den nächsten Tagen durchs Kabinett.“ Ungeachtet dessen setzt Huch-Behälterbau auf die verstärkte Produktion von Feuerschalen. Denn während es sich damit Geld verdienen lässt, musste der Betrieb seine Niederlassungen in den USA wieder schließen. „Wir haben dort viel Geld verbrannt“, so Huch. Aber Energiesparen sei dort einfach noch kein Thema.

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