Biberschutz nicht auf Kosten der Kommunen

Sebastian Steineke auf Wahlkreisbesuch in Neustadt (Dosse)

Hermann Haacke (Vorsitzender Gemeindevertretung Sieversdorf-Hohenofen), Sebastian Steineke MdB, Amtsdirektor Dieter Fuchs, Daniel Bloch (Bauamt Neustadt/Dosse)
Hermann Haacke (Vorsitzender Gemeindevertretung Sieversdorf-Hohenofen), Sebastian Steineke MdB, Amtsdirektor Dieter Fuchs, Daniel Bloch (Bauamt Neustadt/Dosse)
Er gräbt und gräbt und gräbt: Der Biber macht dem Amt Neustadt (Dosse) schwer zu schaffen. Sebastian Steineke, Bundestagsabgeordneter für Ostprignitz-Ruppin, hat sich am 13. Juli 2016 bei einem Vor-Ort-Termin mit Amtsdirektor Dieter Fuchs und dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Sieversdorf-Hohenofen, Hermann Haacke, über die gravierenden Schäden informiert.
 
Das Amt und der zuständige Wasser- und Bodenverband hoffen auf finanzielle Unterstützung aus dem Sieben-Punkte-Plan zum Bibermanagement Brandenburg. „Dieses Jahr wird es aber nichts mehr“, sagt Amtsdirektor Dieter Fuchs. Der Topf sei bereits leer.
 
Das stößt bei Sebastian Steineke auf Unverständnis: „Der Sieben-Punkte-Plan ist ein richtiger Ansatz, es muss aber deutlich mehr Geld zur Verfügung gestellt werden. Biberschutz darf nicht auf Kosten der Kommunen und Landbesitzer gehen. Das Land muss hier den Fonds deutlich aufstocken und nicht nur den Mehraufwand, sondern auch die Reparaturkosten erheblich bezuschussen. Geschieht dies nicht, wird die Akzeptanz für den Biberschutz massiv zurückgehen.“

Zum Hintergrund: 

Im Sieben-Punkte-Plan sind jährlich lediglich 300 000 Euro als Erstattung für Mehraufwand für Gewässerunterhaltungsverbände vorgesehen. Für die Reparaturkosten an den Wegen müssen Kommunen oder Landbesitzer hingegen vollständig alleine aufkommen. Das Amt Neustadt (Dosse) hat dafür bereits mehr als 10 000 Euro ausgegeben. 
 
Besonders betroffen ist der landwirtschaftliche Weg, der Sieversdorf und Goldbeck verbindet. Auf einem Abschnitt von rund 900  Metern haben die Nagetiere mehr als 100 Tunnel gegraben und den Weg unterhöhlt. Die Pflastersteine sind bereits an etlichen Stellen aufgebrochen und haben den Blick auf die Gänge freigegeben. Jetzt ist der Weg gesperrt. Hier sind alleine für die Schutzmaßnahmen zirka 55 000 Euro und für die Neuerstellung des Weges 240 000 Euro notwendig.
 

Nach oben